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Mikroskopbilder helfen Archäologen, das Geheimnis der Schätze vom Greifenkrieger zu lösen

Forscher der Universität von Cincinnati haben ein archäologisches Fundstück, einen goldenen Siegelring aus dem Grab des Greifenkriegers, analysiert – eines der 3.500 Jahre alten Artefakte aus den Ausgrabungen im Palast von Nestor in Pylos. Die mit JENOPTIK GRYPHAX®-Kameras aufgenommenen Mikroskopbilder bilden die Grundlage für die digitalen Untersuchungen der Artefakte, die aus einer Art Zeitkapsel aus der Bronzezeit gewonnen wurden.

, Stefan Seidlein
  • Ausgrabungen im Palast des Nestor

    2015 entdeckten Forscher der Universität von Cincinnati das 3.500 Jahre alte Grab eines Kriegers aus der antiken Stadt Pylos im Südwesten Griechenlands.

Der Palast des Nestor wurde in Homers Odyssee und im griechischen Mythos vom Trojanischen Pferd beschrieben und galt in der mykenischen Zeit als wichtiges administratives und politisches Zentrum. Er befindet sich in der antiken Stadt Pylos an der Südwestküste Griechenlands. Im Jahr 2015 machten Archäologen der Universität von Cincinnati im Palast des Nestor einen außergewöhnlich reichen Fund. Ein zunächst unscheinbares Rechteck aus Steinen enthüllte das wunderbar intakte Grab eines Kriegers aus der Bronzezeit.*

Das Grab des mykenischen Kriegers wird als „Grab des Greifenkriegers“ bezeichnet, da bei den archäologischen Ausgrabungen – neben zahlreichen anderen Artefakten – auch eine mit einem mythischen Greif verzierte Elfenbeinplatte gefunden wurde. Vier Goldringe, die mit komplexen religiösen Szenen graviert waren, weckten dabei besonderes Interesse.

Wir sprachen mit Kathryn Cook von der Universität von Cincinnati, die als archäologische Konservatorin an den Ausgrabungen, vor allem an der digitalen Analyse des größten der vier goldenen Siegelringe, beteiligt ist. Für ihre Untersuchungen nutzte sie die SUBRA-Mikroskopkamera aus der JENOPTIK GRYPHAX® Serie zusammen mit der im Lieferumfang enthaltenen Software, um beeindruckende Mikroskopbilder anzufertigen.

Kathryn, was können Sie uns über den spektakulären Fund des archäologischen Teams der Universität von Cincinnati erzählen?

Bei dem Grab des Greifenkriegers handelt es sich um ein kleines, aus Stein erbautes Grab aus der Zeit um 1450 v. Chr. Hunderte von wertvollen Objekten wurden mit einer einzigen, männlichen Person begraben – ein einzigartiger Fund, der in der Gegend beispiellos ist. Neben den Metallgefäßen und Waffen, die mit dem Krieger begraben wurden, fanden sich auch vier goldene Siegelringe. Ich habe den goldenen Fingerring, der weibliche Figuren darstellt, die einen Altar flankieren, einer detaillierten Untersuchung unterzogen. Wir gehen davon aus, dass der Ring eine Göttin und ihre Anbeterinnen darstellt, die sich an einem Schrein am Meer versammelt haben.

Was hat die archäologische Untersuchung des größten der vier Siegelringe ergeben?

Eine mikroskopische Untersuchung des Ringes offenbart kleine, für das Auge kaum sichtbare Details und gibt Aufschluss darüber, wie die dekorativen Elemente des Ringes entstanden sind. Sie liefert auch Hinweise über verschiedene Werkzeuge und Techniken, die zur Erstellung der Bilder verwendet wurden.

Auf welche Herausforderungen sind Sie bei der Aufnahme der Mikroskopbilder des archäologischen Fundes gestoßen?

Bei den Aufnahmen der Ringe war das Licht manchmal etwas problematisch. Die Details sind sehr filigran und in einigen Bereichen sehr klein und nur aus bestimmten Winkeln zu erkennen. Dank der einstellbaren Mikroskopbeleuchtung konnten wir die Position der Lichtquelle so verändern, dass sie aus verschiedenen Winkeln Seitenlicht lieferte, um alle Details vollständig erfassen zu können.

Welche Funktion der JENOPTIK GRYPHAX®-Software war für die Erstellung scharfer Mikroskopbilder besonders hilfreich?

Angesichts des dreidimensionalen Elements des Rings war die Verwendung des Z-Stacking-Tools sehr praktisch und erlaubte es uns, die gesamte Bandbreite dessen, was im Bild zu sehen war, scharf abzubilden. Bei der Arbeit mit den höchsten Vergrößerungen wurde dieses Tool noch nützlicher.

Die auf dem Ring eingravierten Bilddetails sind so klein, dass ich mir nicht sicher bin, wie wir diese ohne die JENOPTIK GRYPHAX®-Mikroskopkamera aufgenommen hätten.

Können Sie uns anhand der mit Ihrer SUBRA-Kamera aufgenommenen Mikroskopbilder einen kurzen Einblick in die Ergebnisse Ihrer archäologischen Untersuchungen geben?

Ja, gern gebe ich Ihnen einen kurzen Überblick darüber, was wir in unserer archäologischen Studie auf der Grundlage der folgenden Mikroskopbilder, die mit der SUBRA-Kamera aus der JENOPTIK GRYPHAX®-Serie aufgenommen wurden, herausgefunden haben.
(siehe nachfolgende Bildergalerie und Erläuterungen in den Bildunterschriften)

Mikroskopbilder des goldenen Siegelrings

Erläuterungen zu den Mikroskopbildern

(Die Zuordnung der Nummern zu den Bildern sehen Sie, wenn Sie ein Bild zur Vollansicht öffnen.)

Abbildung 1
Das kulturelle Erbe, das aus dem Grab des Kriegers geborgen wurde, enthielt unter anderem vier goldene Siegelringe. Der größte dieser vier Ringe zeigt fünf prächtig gekleidete Frauen, die sich um einen Schrein am Meeresrand versammelt haben.

Abbildung 2
Dieses Mikroskopbild wurde mit dem Z-Stacking-Tool aufgenommen. Es zeigt die Einzelheiten der Schnitzerei dieser Figur, die als Göttin in einer Anbetungsszene identifiziert wurde, die möglicherweise mit den jungen Anbetern zu beiden Seiten von ihr tanzt.

Abbildung 3

Dieses Mikroskopbild wurde mit Hilfe des Z-Stacking-Toolserstellt. Es zeigt eine Reihe von Muscheln, die von zwei Perlenketten flankiert sind und die Außenseite des Ringbandes schmücken. Die Muscheln weisen ein fortschreitendes Abnutzungsmuster auf und werden zunehmend glatt bis zu der Stelle, wo eine Lücke entstanden ist, weil eine Muschel vollständig fehlt.

Abbildung 4
Dieses vergrößerte Mikroskopbild zeigt Schnitzdetails einer jungen Anbeterin und der Palme neben ihr.

Abbildung 5
Hier werden die Details der Schnitzarbeit gezeigt, die auf die Verwendung verschiedener Arten von Werkzeugen hinweisen - eines zum Schnitzen des Jakobsmuschelnetz-Musters, das das Meer darstellt, dessen Linien im Profil eine V-Form haben, während ein anderes Werkzeug zum Erstellen runder Punkte an der Grenze zwischen Meer und Boden verwendet wurden, die den Strand repräsentieren.

Abbildung 6
Im Gegensatz zu der Göttin und den Tänzern mit detailreichen, geschichteten Röcken werden diese Anbeter am Altar einfacher dargestellt. Dieses Mikroskopbild ermöglicht es uns, die Details der geschnitzten Linien zu sehen, die verwendet worden sind, um sie und ihre Kleidung darzustellen.

Die Bilder wurden freundlicherweise von Chronis Papanikolopoulos (Abbildung 1) und Kathryn Cook (Abbildungen 2-6) von dem Department of Classics University of Cincinnati zur Verfügung gestellt.

Kathryn, was gefällt Ihnen an Ihrer SUBRA-Kamera besonders gut und wie wichtig ist dabei die Qualität von Mikroskopbildern, z. B. in der Archäologie?

Unsere Hauptanforderung an eine Mikroskopkamera war, dass sie eine gute Auflösung hat und in der Lage sein muss, auch bei hohen Vergrößerungen klare Mikroskopbilder aufzunehmen. Für archäologische Ausgrabungen benötigen wir qualitativ hochwertige Mikroskopbilder, welche die entscheidenden Details eines Objekts klar und deutlich wiedergeben. Selbst kleine Details können wichtige Informationen preisgeben und wir müssen in der Lage sein, diese zu verstehen.

Die Verwendung der JENOPTIK GRYPHAX®-Kamera und -Software ist wirklich einfach und intuitiv. Das macht es uns leicht, schnell Mikroskopbilder anzufertigen und mit unserer Arbeit fortzufahren. Die Qualität der Aufnahmen ist ebenfalls sehr gut – die Mikroskopbilder sind klar und scharf und bilden relevante archäologische Details genau ab. Die Möglichkeit, verschiedene Einstellungen wie Licht und Farbe anzupassen, erlaubt es mir, bei Bedarf geringfügige Anpassungen vorzunehmen, um sicherzustellen, dass ich stets die optimale Bildqualität erhalte.

Das war wirklich ein spannender Einblick. Vielen Dank, Kathryn Cook, die leitende Konservatorin der Ausgrabungen im Palast des Nestor.

Würden Sie gern mehr über das bereits erwähnte Z-Stacking-Tool der JENOPTIK GRYPHAX®-Software erfahren, das Kathryn Cook verwendet hat, um Mikroskopbilder für ihre archäologischen Untersuchungen anzufertigen? Schauen Sie sich unser Video an.

Unser JENOPTIK GRYPHAX®-Team berät Sie gern über nützliche Funktionen, die für Ihre individuellen Aufgaben, auch in anderen Anwendungsbereichen wie Healthcare & Life Science oder Bildung, zur Verfügung stehen . Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Mit freundlicher Unterstützung der Universität von Cincinnati
*Weitere Informationen über die archäologischen Ausgrabungen finden Sie in folgender Publikation: „The Lord of the Gold Rings: "The Griffin Warrior of Pylos“ (Der Herr der goldenen Ringe – Der Greifenkrieger von Pylos) im The Journal of the American School of Classical Studies von Athen (HESPERIA)

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Stefan Seidlein

Über Stefan Seidlein

Stefan Seidlein ist seit 2000 bei der Jenoptik in unterschiedlichen Positionen im Bereich Digital Imaging tätig. Als Produktmanager fokussiert er sich aktuell auf das Lichtmikroskopkamera-Produktportfolio und bringt seine gesamte Digital Imaging-Kompetenz und Erfahrung in Projekte ein. Den studierten Techniker mit Schwerpunkt auf Energietechnik und Prozessautomatisierung fasziniert die Digitalisierung und die sich daraus ergebenden vielfältigen Möglichkeiten für den Einzelnen und die Jenoptik.

Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wenn Sie mehr über die Mikroskopkameras von Jenoptik erfahren möchten.

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