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10 Fakten zur Maut in Deutschland

Faktencheck – was Sie als Fernfahrer oder Transportunternehmen über die Maut in Deutschland wissen müssen.

, Cornelia Ehrler

Egal ob bei Tag oder bei Nacht, Lkw sind weltweit auf den Straßen unterwegs. Nur an Sonn- und Feiertagen stehen sie in Deutschland still. Stress und Hektik gehören dabei zum Alltag der Fernfahrer. Dennoch gilt es einiges zu beachten.

Vor Fahrtantritt ist es notwendig, auf die richtige Einstellung der eingebauten On-Board-Unit (OBU) zu achten. Dies gilt vor allem für Fahrzeuge ab einem Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen. Die OBUs ermöglichen eine automatische Abrechnung der Lkw-Maut. Zulässige Gewichtsklasse und Achszahl sind hierbei die ausschlaggebenden Faktoren, ob ein Fahrzeug oder eine Fahrzeugkomination mautpflichtig sind.

Im Jahr 2005 wurde die Lkw-Maut auf den Bundesautobahnen in Deutschland eingeführt. Seit 2015 gilt sie auch für Lkw der Gewichtsgrenze ab 7,5 Tonnen. Im Jahr 2018 wurde schließlich die Lkw-Mautpflicht auf sogenannte Sekundärwege, also auf rund 40.000 Kilometer der deutschen Bundesstraßen, ausgeweitet.

Doch welche Fahrzeuge sind mautpflichtig? Wie wird die Lkw-Maut erfasst und welche Kontrollformen gibt es überhaupt in Deutschland?

1. Welche Lkw müssen in Deutschland Maut bezahlen?

In Deutschland sind Fahrzeuge ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen auf den Bundesautobahnen und Bundesstraßen (BAB) mautpflichtig.

2. Wo gilt die Lkw-Maut in Deutschland?

Erhoben wird die Lkw-Maut in Deutschland auf ca. 12.000 Kilometern der Autobahnen und rund 40.000 Kilometern der Bundesstraßen. Auf welchen Strecken genau Maut entrichtet werden muss, ist im Mautatlas von Toll Collect genau beschrieben.

3. Wer kontrolliert, ob Lkw mautpflichtig sind?

Seit 2005 betreibt Toll Collect das Lkw-Mautsystem in Deutschland. Der Bund hatte nach einer europaweiten Ausschreibung das Unternehmen mit dem Mautbetrieb beauftragt.

4. Welche Kontrollformen der Maut gibt es in Deutschland?

Die Entrichtung der Lkw-Maut kann mithilfe verschiedener Kontrollformen überwacht werden. Auf den Autobahnen kontrollieren ca. 300 fest installierte Kontrollbrücken, ob die OBU eines mautpflichtigen Fahrzeugs erhebungsbereit ist.

Mithilfe der Brücken lassen sich ebenso stationäre Kontrollen durchführen. Die Daten von Fahrzeugen, welche keine Maut entrichtet haben, können damit an die Mitarbeiter des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) übermittelt werden, zum Beispiel auf einem darauf folgenden Parkplatz.

An den Straßenrändern der deutschen Bundesstraßen befinden sich rund 600 Kontrollsäulen, welche vorbeifahrende Kraftfahrzeuge registrieren und dabei Gewichtsklasse und Achszahl überprüfen. Die Säulen wurden von Jenoptik entwickelt auf Basis der bewährten TraffiTower zur Geschwindigkeitsüberwachung.

Ebenso nutzt das BAG Kontrollfahrzeuge, die mit einer ähnlichen Technik wie die Brücken und Säulen arbeiten. Stichprobenartig führen die Mitarbeiter des BAG zusätzliche Betriebskontrollen durch. Überprüft werden hierbei registrierte Transportunternehmen.

5. Wie wird die Lkw-Maut erfasst?

Die Erfassung der Lkw-Maut erfolgt über drei verschiedene Wege. Eine für Fahrer einfache und komfortable Möglichkeit ist die Nutzung einer On-Board-Unit. Diese zeigt während der Fahrt Achszahl und Gewicht des Fahrzeuges an. Ebenso ist ersichtlich, ob der Lkw in Deutschland unterwegs ist. Zur Nutzung einer OBU ist eine Registrierung des Transportunternehmens bei Toll Collect notwendig. Nach erfolgreicher Anmeldung erfolgt der OBU-Einbau bei einem Servicepartner. Die OBU wird den Transportunternehmen kostenfrei von Toll Collect zur Verfügung gestellt, allerdings bleibt sie im Eigentum des Mautbetreibers.

Eine weitere Möglichkeit zur Entrichtung der Maut kann über die ca. 1.100 Mautstellen-Terminals an Rastplätzen, Tanksstellen oder Autohöfen erfolgen. Vor Fahrtbeginn müssen hier alle Daten zur bevorstehenden Fahrt eingegeben werden. Strecke, Startzeit und Fahrtziele sind hierbei anzugeben. Eine Einbuchung über die Terminals ist bereits 24 Stunden vor Fahrtantritt möglich. In gleicher Weise können sich Fernfahrer online per App oder an stationären PCs bei Toll Collect einloggen und ein Ticket für mautpflichtige Strecken erwerben. Dies erfolgt nach einem ähnlichen Prinzip wie die Maut-Terminals.

6. Was kostet die Maut in Deutschland für Lkw?

Für die Lkw-Maut in Deutschland gelten einheitliche Mautsätze für alle Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Die Höhe der zu entrichtenden Maut wird zentral im Rechenzentrum des Mautbetreibers berechnet. Die dafür notwendigen Fahrtdaten werden von der OBU verschlüsselt dorthin übermittelt. Grundlage für die Abrechnung der Maut sind die festgelegten Tarife. Die zu entrichtende Maut beträgt aktuell je nach Kategorie zwischen rund 9 und 26 Cent pro Kilometer.

7. Anhand welcher Kategorien wird die Maut in Deutschland festgelegt?

Ganz unter dem Motto „ Mobilität finanziert die Infrastruktur“ werden vor allem die Fahrzeuge am Erhalt der Infrastruktur beteiligt, die sie am stäksten nutzen. Differenziert wird demnach die Höhe der Maut unter anderem nach Schadstoffausstoß, Achszahl und Gewichtsklasse. Der zur entrichtende Maut-Anteil für die Lärmbelästigung wird als Pauschale gleichermaßen für alle Fahrzeuge erhoben.

8. Wer ist von der Lkw-Maut befreit oder erhält Vergünstigungen?

Begünstigt werden derzeit Elektro- und Erdgas-Fahrzeuge. Diese Regelung schließt ebenso reine Batterieelektrofahrzeuge, von außen aufladbare Hybridelektrofahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge ein.

Für Erdgas betriebene Fahrzeuge gilt ab dem 1. Januar 2021 ein reduzierter Mautsatz. Dieser ist 1,1 Cent pro Kilometer günstiger als für ein vergleichbares Diesel-Fahrzeug mit Euro 6-Norm. Von dieser Regelung betroffen sind alle Fahrzeuge mit Erdgasantrieb (Compressed Natural Gas – CNG) und Flüssigerdgasantrieb (Liquefied Natural Gas – LNG). Entsprechende Fahrzeuge mit bivalentem Antrieb (z.B. Zweistoffbetrieb mit verflüssigtem Erdgas (LNG) und Diesel) profitieren auch von der Mautbegünstigung.

Fahrzeuge mit Flüssiggasantrieb (LPG) fallen dabei nicht unter die Mautbegünstigung.

9. Wofür wird die Maut in Deutschland eingesetzt?

Die von Toll Collect erhobenen Mauteinnahmen werden direkt an den Bund übermittelt. Dieser setzt die Einnahmen zweckgebunden zur Modernisierung der deutschen Straßen wie auch zum Erhalt und Ausbau des Verkehrsnetzes ein.

Der Großteil der Maut geht somit direkt in die Autobahnen und Bundesstraßen. Im Vordergrund steht dabei die Finanzierung der Infrastruktur. Zusätzlich werden die Systemkosten, die für die Erhebung der Maut anfallen, abgedeckt.

10. Was sind die Folgen bei Verstößen?

Entrichtet ein Fahrzeug die anfallende Maut nicht oder nicht korrekt, ist das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) für die Ahndung zuständig. Liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, erfolgt eine Nacherhebung der Maut. Kann das BAG den Sachverhalt zusammen mit dem Fahrer klären, wird die tatsächlich zurückgelegte Strecke nacherhoben. Ist dies nicht der Fall, wird die Maut pauschal für eine Wegstrecke von 500 Kilometern festgelegt.



Ansprechpartner Cornelia Ehrler - Kommunikation und Marketing Jenoptik

Über Cornelia Ehrler

Cornelia Ehrler ist seit 2010 in der Unternehmenskommunikation von Jenoptik tätig, vorrangig für die externe Konzernkommunikation und Initiativen, mit denen sich Jenoptik zu einem fokussierten Photonik-Konzern weiterentwickelt. Als Pressereferentin für alle Jenoptik-Themen rund um die Verkehrssicherheit unterstützt sie die Division Light & Safety in der Kommunikation zu Aufträgen und Projekten. Die studierte Anglistin hat ein Faible für englischsprachige Literatur und Kultur, dabei ganz besonders für den Celtic Fringe rund um die Irische See.

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